Noch unberechenbarer als Frauen ist der Wind. Stürmisch wechselt er plötzlich die Richtung und peitscht mit ganzer Wucht unter meinen Regenschirm. So werden mich die an der Ampel wartenden Autofahrer in Erinnerung behalten: als jemanden, der die Kontrolle verloren hat.

 

»Die Nektarinen sind teurer geworden?« fragte vor mir eine Kundin die Kassiererin. Nach langer Recherche in den Unterlagen wurde klar, dass sie recht hatte. Ganze zehn Cent! Dann zahlte sie und ging.

Gerne hätte ich gewusst, was sie mit diesem Wissen gemacht hat. Vielleicht hat sie sich noch geärgert, als sie im Auto saß und weggefahren ist. Klar, sie hätte auch guten Grund dazu gehabt – wenn die Nektarinen gestern noch günstiger gewesen sind, ist das wirklich ärgerlich.

Schade, ihr Tag ist jetzt sicherlich ruiniert.

 

Mit Sergio unterhalte ich mich gerne über Kampfsporttechniken. Er mag den Sidekick sehr gerne, ich finde den Backflip echt klasse.

Da werden wir uns wohl niemals einig.

 

Aus der Reihe »Prominente zeigen ihre Heimat«

Mehr lesen »

 

Aus dem Waggon heraus beobachte ich, wie ein Mann rennen muss, um die Bahn nicht zu verpassen.

Sie fährt an, der Mann rennt seitlich mit. Der Zug wird schneller, der Mann auch. Jetzt wird beschleunigt auf 300 km/h.

Plötzlich steht der Mann vor der Bahn und stoppt sie mit der linken Hand. Von 300 auf 0.

Nun erkenne ich den Teufelskerl: Es ist Ralf Möller!

(VÖ: Eulenspiegel, 2015)

 

In der S-Bahn erzählt ein Mädchen, sie bekomme ein Fahrrad zum Geburtstag. Ihr Freund findet das „chillig“.

Vor Schreck ist mir dann glatt mein Skateboard vom Schoß gerutscht!

 

Mit ihr besuchte ich besonders gern dieses Café. Es war ein warmer Sommerabend und die Sonne stand im satten Orange über der Stadt. Ich saß alleine auf einer der Bänke am Fenster, als sie sich gerade frisch machte. Vor mir stand ein Latte Macchiato – an ihrem Platz ein perlendes Glas Weißweinschorle.

Als sie zurück kam, viel es mir sofort auf: Sie hatte sich umgezogen. Nun trug sie zwei runde Scheiben Salami auf ihren Brüsten, ihre Scham verdeckte eine lange Dauerwurst. Zwei Würstchenketten schmückten beide Ohren.

Sie war wunderschön!

 

Schon wieder lief mir die Nase. Bereits zum dritten Mal innerhalb von zwei Minuten. Ich griff zum Taschentuch-Päckchen.

Plötzlich riss mich ein gewaltiger Orkan vom Schreibtischstuhl. Woher er kam, wusste ich nicht, aber er hatte eine enorme Kraft. Ich wirbelte durch die Luft und überschlug mich mindestens tausend Male.

Sekunden später landete ich auf dem Taschentuch-Päckchen, nach dem ich eben noch gegriffen habe. Dort saß ich nun mit eingeknickten Beinen für den Bruchteil einer Sekunde. Ich wollte mich kurz sammeln, doch dann schoss das Päckchen mit mir zusammen hoch in die Luft, direkt in den Himmel.

Ich hielt mich krampfhaft an der Klebelasche fest. Meine Augen tränten vom enormen Fahrtwind und mein Haar berstete borstig.

Wir, das Päckchen und ich, kreisten am Horizont und drehten Pirouetten. Wir flogen durch die funkelnden Sonnenstrahlen und schlitterten über die schillernde Oberfläche des Regenbogens.

Unter uns flogen Schwäne. Ich berührte sie mit meinem nackten Fuß. Sie schauten zu uns hoch und lächelten.

Wir rauschten durch Luftschlösser und durch Puschelkätzchen aus Wolken.

Ja, aus dem Taschentuch-Päckchen und mir ist ein Wir geworden. Wir reisten nun gemeinsam. Wir waren Reisende und das Ziel war die Reise.

Wir waren so glücklich – das Taschentuch-Päckchen und ich.

(VÖ: Eulenspiegel, 2016)

 

Irgendwo sitzt ein kleiner Mann im Ohrensessel und entwirft ständig neue Modetrends. Diese Trends werden immer unsinniger und alberner. Und so rieb er sich im Frühjahr des letzten Jahres zufrieden die Hände, als er einen neuen Look fertiggesponnen hatte.

Diesmal war es die Idee von einer leicht hochgekrempelten Jeans, kombiniert mit billig aussehenden Jogging-Turnschuhen. Es hatte keinen Verstand und war furchtbar daneben. Doch der kleine Mann war begeistert. »Das wird der Brüller«, lachte er – und es wurde der Brüller. Auch dieses Jahr trägt man es wieder.

Lächerlich? Vielleicht, aber was wäre die Welt ohne Mode, Naddel und Boris Becker?

 

Es ist ein Geräusch, dass mich jedes Mal hochschrecken lässt: der laut zudonnernde Mülleimerdeckel des Nachbarhauses.

Mein Pech ist, dass sich direkt gegenüber der Mülltonne in vier Armlängen Entfernung das Fenster meines Arbeitszimmers befindet. Immer wenn ich in die Arbeit versunken bin, wirkt es so, als fiele mir der laut zupeitschende Mülleimerdeckel direkt in den Nacken.

Mir ist schleierhaft, weshalb die Menschen den Deckel zuschlagen müssen. Vielleicht lassen sie ihn auch fallen – wie auch immer. Aber da der Arm, mit dem sie den Müllsack in die Tonne geschmissen haben, den selben Weg wie die zu schließende Klappe zurücknimmt – nämlich nach unten – könnte er den Deckel doch wenigsten ein Stückchen mitnehmen. So würde er schon mal nicht von ganz oben herunterschlagen. Ich werde es wohl nie verstehen.

Deutschland hat ein Müllproblem?
Pah, ich weiß bescheid!

 

11150225_928817150472100_5162224468607697615_n

Die ritterliche Ritterburg, die Burg Ravensburg auf dem ravensberger Ravensberg, ist eine mittelalterliche Ritterburg aus dem Mittelalter.

Ich finds scheiße hier!